Fachbereich Russisch

Russisch - eine ganz besondere Sprache!

 

Am Goethe Gymnasium Nauen wird Russisch als Fremdsprache angeboten. Dabei ist das Ziel des Russischunterrichts, dem Schüler die Mentalität und die Sprache selbst verständlich zu machen. Man lernt die Geschichte und die Kultur Russlands kennen, wodurch dem Schüler später, z.B. auf einer Exkursion der Schule, die Möglichkeit geboten ist, sich in Russland richtig zu verhalten und die Menschen dort verstehen zu lernen.

Zwiebeltürme
in Moskau

Es ist kein Geheimnis, dass die englische Sprache kein besonderes Privileg mehr ist, wenn man auf der Suche nach einem anspruchsvollen Arbeitsplatz ist. Sehr wohl aber die russische Sprache. Märkte, wie der russische oder der chinesische, sind Zukunftsmärkte. Wer heute Russisch lernt, wird morgen ein Argument mehr haben, wenn es darum geht, einen lohnenden Arbeitsplatz zu bekommen.

 

Typische Matrjoschka

„Russisch ist doch aber so schwer!“ – Das stimmt nicht. Das Alphabet ist schnell erlernt und die drei Zeitformen machen die Sprache gegenüber anderen, wie Französisch oder Englisch nicht viel schwerer.

Kursfahrt des Russischkurses (Klasse 13)  nach Sankt Petersburg (26.01.- 30.01.2009)

 

"Ohne Mütze geht mir niemand vor die Tür!" 

 

Dieser Satz war einer der Ersten, den wir hörten als es wirklich feststand: Wir fahren wieder nach Russland. Doch nicht im Sommer (wie 2007 nach Moskau), diesmal wollten wir den echten russischen Winter kennenlernen. Am 26. Januar 2009 ging es für 11 Schüler unseres Russischkurses auf ins Venedig des Nordens.

Eine Durchschnittstemperatur von - 6,3 Grad Celsius im Januar. „Hört sich gar nicht so kalt an“, werden sie jetzt denken. Aber mit den oft eisigen Winden kommt es einem viel kälter vor als es wirklich ist. Deshalb hieß es vor Reiseantritt: Ohne Mütze lassen unsere Lehrer Frau Küther und Herr Schadow niemanden vor die Tür. Wir sollten uns ja schließlich nicht die Ohren abfrieren. Doch das Wetter überraschte uns alle, denn als wir aus dem Flugzeug stiegen, war es genauso kalt wie zuhause in Deutschland (ca. -1°).  Aus der anfänglichen Enttäuschung wurde aber bald Erleichterung, denn bei diesen Temperaturen stand langen Erkundungstouren nichts im Weg und wir durften auch ohne Mütze die Stadt unsicher machen.

Wie schon in Moskau erwartete uns auch in Sankt Petersburg wieder ein volles Programm.

Gleich nach unserer Ankunft am Montagnachmittag machten wir uns auf den Weg zu einer ersten Erkundung der Stadt und fuhren zunächst mit der Metro zum Newski Prospekt. Von da aus machten wir uns zu Fuß auf den Weg zum berühmten Schlossplatz. Hier entstanden auch die ersten Fotos. Am späten Abend kamen wir schließlich todmüde wieder im Hotel an.

Am zweiten Tag unserer Reise stand eine neunstündige Stadtrundfahrt auf dem Programm. Nachdem sich unser Bus durch den allmorgendlichen Berufsverkehr gekämpft hatte, erreichten wir die erste Sehenswürdigkeit: die Nikolaus- Marienkirche. Eine kleine, aber hübsche Kirche zu Ehren der Seefahrer, die, wie so vieles in der Stadt, grad renoviert wird. Anschließend fuhren wir zur Peter-Paul-Festung - eine Festungsanlage, die den historischen Kern von Sankt Petersburg bildet. In dieser 1703 errichteten Anlage befindet sich auch die gleichnamige Kirche, in der viele russische Zaren ihre letzte Ruhestätte fanden (darunter auch Peter I. und die letzte Zarenfamilie). Anschließend fuhren wir zur Isaak-Kathedrale, einer wunderschönen Kirche mit einer 800 m² großen Deckenmalerei. Nach einer kurzen Mittagspause stand die Eremitage auf dem Programm. Da die Eremitage eines der größten Museen Europas ist, haben wir während unserer dreistündigen Führung nur ca. 40% aller Exponate gesehen. Doch die unglaublich  schönen Säle des Winterpalais, in dem sich die Eremitage befindet, werden sicherlich allen in Erinnerung bleiben, genauso wie das plötzliche Verschwinden von Herrn Schadow, den wir erst am Abend im Hotel wiedersahen.

 

Am Mittwoch besuchten wir im berühmten Katharinenpalast (ca. 25km südlich der Stadt). Dort haben wir uns nicht nur die originalgetreue Nachbildung des Bernsteinzimmers, die erst 2003 fertiggestellt wurde, angeschaut, sondern noch gefühlte 100 andere restaurierte Säle begutachtet. Und wir mussten zugeben: „Da passt alles“. Es gab kein Zimmer, in dem der Sofabezug nicht perfekt zur Tapete gepasst hat. Beim anschließenden Spaziergang durch den Schlosspark war eine Schneeballschlacht natürlich unvermeidbar. Doch Sie müssen jetzt nicht denken, dass das die Idee von uns Schülern war. Nein, Frau Küther hat den ersten Schneeball geworfen. Wir waren natürlich völlig unschuldig, obwohl wir uns auch nach Kräften gewehrt haben und der Frieden erst wieder im Bus einkehrte.

Etwas ganz Besonderes stand am Donnerstag auf dem Programm: Wir waren zu Besuch in einer russischen Schule. Zunächst wurden wir in kleine Gruppen aufgeteilt und nahmen in verschiedenen Klassen am Deutschunterricht teil. Dabei stellten wir schnell fest, dass bereits die Fünftklässler über einen großen Wortschatz und gute grammatikalische Kenntnisse verfügen. Anschließend erhielten wir die Möglichkeit uns in der Schulmensa mit den Schülern der elften und zehnten Klasse zu unterhalten. Für alle war es interessant, selbst von den Schülern zu erfahren wie das Leben im anderen Land wirklich ist. Da alle, egal ob wir oder die Sankt Petersburger Schüler, im normalen Schulablauf nur aus Büchern etwas über das Leben der Jugend im anderen Land erfahren, bot sich uns so eine tolle Möglichkeit, die auch von allen intensiv genutzt wurde. Am Ende unseres Besuches wurden viele E-Mailadressen ausgetauscht und einige von uns stehen jetzt in regelmäßigem Kontakt mit unseren Leidensgenossen. Denn wie wir feststellen mussten, stellt auch das russische Schulsystem hohe Ansprüche an seine Schüler. Am Nachmittag bekamen wir dann noch einmal Gelegenheit ein paar Souvenirs zu kaufen und Postkarten nach Hause zu schicken. 

Am Freitagmittag mussten wir dann die Heimreise antreten, und als wir die wenigen Meter vom Hotel zum Bus zurücklegen wollten, wurden wir von einem eisigen Wind überrascht. Ein bisschen echten russischen Winter hatten wir also doch noch.

 

Von Caroline Anders (13Ru)


 

     

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